True Cost Experimente von Penny und Albert Heijn
- 5. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Die "wahren Kosten" sichtbar machen
In der Nachhaltigkeitsdiskussion rückt zunehmend eine Frage in den Mittelpunkt: Wie lassen sich die versteckten ökologischen und sozialen Kosten von Produkten messen und kommunizieren? Genau hier setzt das Konzept des True Cost Accounting (TCA) an: Es ergänzt betriebswirtschaftliche Kosten um gesellschaftliche und ökologische externe Effekte, die bislang nicht im Marktpreis berücksichtigt werden.
Einige europäische Einzelhändler haben in Pilotprojekten getestet, wie TCA in der Praxis wirken kann. Am bekanntesten sind dabei die Initiativen von Albert Heijn in den Niederlanden und Penny in Deutschland.
Albert Heijn: True Price im To-Go-Kontext
Die niederländische Supermarktkette Albert Heijn hat in mehreren „To Go“-Filialen ein TCA-basiertes True Price-Experiment durchgeführt. Kunden konnten dort zwischen dem regulären Preis und einem „wahren Preis“ für Produkte wie Kaffe oder Café-Getränken wählen. Dieser wahre Preis beinhaltet neben dem Ladenpreis auch die versteckten sozialen und ökologischen Kosten der Wertschöpfungskette, wie Treibhausgasemissionen, Wasserverbrauch, Rohstoffnutzung und Arbeitsbedingungen.
Das Experiment zeigte: Ein Teil der Kund:innen war bereit, den True Price freiwillig zu bezahlen, und das Projekt trug nach eigener Aussage zur Bewusstseinssteigerung über diese versteckten Kosten bei.
Penny: Wochenaktion zu "wahren Kosten"
Auch der deutsche Discounter Penny hat bundesweit eine True Cost-Aktion gestartet: In einem Pilotzeitraum wurden in seinen 2.150 deutschen Filialen ausgewählte Produkte wie Milch, Wurst oder Mozzarella für eine Woche zu Preisen verkauft, die die externen Umweltkosten reflektierten. Dabei zeigte sich, dass die wahren Kosten für viele Produkte deutlich über dem normalen Ladenpreis lagen, da zusätzliche Umweltbelastungen berücksichtigt wurden.
Gemeinsam mit einem Team von Wissenschaftler:innen, u.a. geleitet von unserer Gründerin Dr. Amelie Michalke, wurden die Ergebnisse des Experiments ausgewertet.

Was aus den Experimenten gelernt werden kann
Transparente Informationen ermöglichen glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation, die über bloße Marketingversprechen hinausgeht. Bei beiden Experimenten hat sich gezeigt, dass Kund:innen durch den Vergleich von Marktpreis und den versteckten Kosten, für die Probleme von Externalitäten sensibilisiert werden.
Konsumenten sind empfänglich für nachhaltige Preis- und Kostentransparenz, wenn sie nachvollziehbar dargestellt wird. So hat sich zum Beispiel bei dem Albert Heijn-Experiment gezeigt, dass ein substantieller Anteil der Verbraucher:innen freiwillig bereit ist, für nachhaltigere Optionen mehr zu bezahlen.
Der Aufbau besserer Datengrundlagen in der eigenen Wertschöpfungskette ist ein strategischer Wettbewerbsvorteil. Das liegt daran, dass die Datenlage und das Wissen über Externalitäten oft noch lückenhaft sind. Hier vorzulegen befähigt Unternehmen zur gezielten Reduktion von Umwelt- und Sozialkosten.
Fazit: Mehr als nur Preisetiketten
Die True Cost Experimente von Penny und Albert Heijn zeigen, wie True Cost Accounting über reine Theorie hinaus in der Praxis wirksam werden kann:
· Es schafft Transparenz über externe Effekte,
· regt zum Nachdenken über Produktkosten an,
· und bietet Unternehmen strategische Einblicke jenseits klassischer Buchhaltung.
Für Unternehmen, die Nachhaltigkeit ernst nehmen, sind solche Ansätze nicht nur ein Instrument der Offenlegung, sondern ein Hebel für strategische Transformation der Lieferkette, das Produktdesign, bis hin zur Kommunikation mit Kund:innen.




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